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Auf die Frage, was die Menschheit aktuell am meisten gefährde, antwortete in einem Interview kürzlich ein bekannter Schriftsteller: ‚Informationen‘.

Diese Antwort ist einerseits überraschend, da doch gemeinhin Kriege, Hungersnöte und Klimaveränderungen das ‚Ranking der Katastrophen‘ anführen – und auch der ‚Krieg der Geschlechter‘, der Egoismus und die Gier der Menschen würden sich hier nahtlos einreihen. Andererseits sind heutzutage die Menschen ‚weltweit‘ einer wahren Sintflut an Informationen und damit meinungsbildenden Bausteinen ausgesetzt. Dabei beanspruchen – teilweise mit hohem medialen Aufwand – unterschiedliche Gruppierungen und Einzelpersonen den Wahrheitsgehalt jeweils für sich. Mitläufer, Fans bzw. Follower potenzierten diese Positionen bis zu einem unversöhnlichen Gegeneinander, welches zunehmend gewaltsam weiter geführt wird.

Jordan B. Peterson beschreibt in seinem Bestseller ’12 Rules for Life – Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt’ eine herausragende Fähigkeit, die den meisten Menschen abhanden gekommen ist: ‚Zuhören‘. Das gegenseitige Zuhören und der Meinungsaustausch ist speziell im Bereich der drei großen, abrahamitischen Religionen (Christentum, Islam, Judentum) fast gänzlich erlahmt. Die Triebkraft der Überzeugung, im Recht zu sein, bahnt sich auch heutzutage weiter ihren gewaltsamen Weg: Verunglimpfungen, Handgreiflichkeiten, Messerattacken, Molotow-Cocktails, Raketen und Folter sind weltweit an der Tagesordnung und werden stigmatisierend in der Nachrichtenwelt verbreitet. Das allgemein damit erzeugte Mitleid, die entstehende Scham bzw. die Wut der Zuhörerschaft drohen endgültig in Ohnmacht, Resignation und Zynismus umzuschlagen.

Das Kunstprojekt ‚ENTSPRUNGEN‘ fordert dazu auf, sich künstlerisch und inhaltlich mit den grundlegenden Inhalten und Kräften der Menschheitsgeschichte zu beschäftigen. Basis der Auseinandersetzung sind Illustrationen in der ‚Heiligen Schrift des alten und neuen Testaments‘. Dabei soll das Kunstprojekt weder einen religionswissenschaftlichen Schwerpunkt (Übersetzungsverfälschungen, Interpretationshoheiten etc.) haben, noch einem Machtanspruch z. B. der katholischen Kirche dienen. Die Betonung der westlich geprägten Bildwelten des Illustrators Gustave Doré als Ausgangspunkt impliziert zugleich eine Fragestellung – ist doch in anderen Religionssystemen u.a. die figurative Darstellung (streng) verboten.

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